Weihnachtsbräuche in anderen Ländern: Lucia-Fest in Schweden

Land:Schweden

Der hohe Norden ist im Sommer besonders hell - doch dafür gibt es im Winter sehr wenig Tageslicht. Am Tag der Wintersonnenwende feiern die Schweden deswegen ein Fest mit besonders viel Licht. Namenspatronin ist die heilige Lucia - zu dem Brauch bitte hier entlang ...

Die Sache mit den verschiedenen Kalender früher … Bevor der heute bekannte gregorianische im 18. Jahrhundert in Schweden eingeführt wurde, war der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres. Ein besonders dunkler Tag mit nur zwei bis drei Stunden Tageslicht. Was macht man dagegen? Man feiert ein Fest mit besonders viel Licht! Ab diesem Tag werden die Nächte wieder kürzer, das Winterende nähert sich in ganz kleinen Schritten.

Herkunft und Verbreitung

Bekannt ist das Fest vor allem in Schweden, aber auch die Nachbarn in Dänemark, Norwegen, teils in Finnland bei der dortigen schwedischen Minderheit und den Südschleswigern gefeiert.
Ganz genau lässt sich die Herkunft des Festes nicht feststellen - einzig die Verbindung zu den früheren Sonnenwendfeiern ist aus dem Mittelalter bekannt. Seit dem 18. Jahrhundert wird in Gedenken an die heilige Lucia, die „Leuchtende“, gefeiert. Zu ihrer Geschichte geht es weit zurück in das vierte Jahrhundert … Ob sie tatsächlich der Ursprung der Idee ist, ist umstritten - doch ihre Geschichte passt wunderbar zu dem Brauch. Die heilige Lucia hat sich der Pflege von Kranken und der Versorgung von verfolgten Christren gewidmet - und soll, damit ihre Hände frei waren, einen Kerzenkranz auf dem Kopf getragen haben. Auch das weiße Gewand und das rote Band um die Taille passen zu den christlichen Ursprüngen.

Kleidung und Ablauf

Erst im 18. Jahrhundert wird erstmals von den weißen Gewändern berichtet, die die Mädchen als Vertreterin der Lucia als auffälligstes Merkmal tragen. Populär wurde das Fest erst im letzten Jahrhundert und hat heute einen festen Platz unter den schwedischen Bräuchen. Obwohl kirchlichen Ursprung - wie nahezu alle weihnachtlichen Bräuche - ist dieser Aspekt heute nicht mehr präsent. Erhalten hat sich das weiße Gewand mit einem roten Band um die Taille, das Tragen von Kerzen als Kranz auf dem Kopf und das traditionelle Gebäck, das durch Safran eine goldgelbe Farbe erhält - genannt „Lussekatter“.

Das Singen von Lucia-Liedern gehört dazu - ebenso die Wahl einer örtlichen Lucia. Viele Mädchen träumen davon, in diese Rolle zu schlüpfen! Oft fällt die Rolle der ältesten Tochter zu, die bei ihrem Auftritt häufig von weiteren Mädchen begleitet wird und Jungen in den Rollen von Sternenklaren, Pfefferkuchenmännchen und Wichten, einer Art von Kobolden.

Früh aufstehen muss die gewählte Lucia - schon vor Sonnenaufgang werden sie und die Begleiter eingekleidet, um im Anschluss die Familie zu wecken. Nach dem Singen folgt das Frühstück mit traditionellem Gebäck und Glögg, der dem bei uns bekannten Glühwein ähnlich ist.

Die Feierlichkeiten gehen in Kindergarten und Schule und auch am Arbeitsplatz weiter, manchmal mit Auftritten im Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen.

Rezepte und Liedtexte

Rezept für Glögg:
Die schwedische Form des Glühweins! Wegen des Verbots, Alkohol auf der Straße zu verkaufen, wird er häufig in der alkoholfreien Version angeboten. Was anstelle des Rotweins dann die Basis ist, konnte ich noch nicht herausfinden ... Vermutlich ein Fruchtsaft wink.

Als Rezept zum Nachkochen der "innerlich wärmenden" Variante habe ich dieses gefunden:

1 Liter Rotwein
bis zu 8 cl Rum oder auch Wodka oder Aquavit - oder ganz ohne!
100 g Zucker
1 Zimtstange
20 g frischer Ingwer, in Scheiben geschnitten
2 Teelöffel gemahlener Kardamom (dafür braucht ihr etwa sechs Kapseln)
4 Nelken
100 g Rosinen
50 g abgezogene Mandelstifte

In einem Topf kommen zum Rotwein, sofern gewünscht Rum oder die Alternativen, Zucker und Zimt. Es folgen der gemahlene Kardamom, Ingwer, Nelken und Rosinen.

Die Mischung nur erhitzen, nicht kochen! Sobald sich der zucker aufgelöst hat, den Topf vom Herd nehmen. Nein, nich nicht trinken - er muss erst über Nachte ziehen. Die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen, damit die Gewürze entfernt werden. Die Rosinen im Glögg lassen oder alles entfernen - das ist Geschmackssache.

Vor dem Servieren nochmals erhitzen (wieder nicht kochen!) und die Mandelstifte hinzufügen. 

 

Die sinnvolle Grundlage im Magen bilden die Lussekatter, das traditionelle Gebäck mit Safran. Ein Rezept dafür habe ich natürlich auch!

900 g Mehl
50 g Hefe (am besten frische)
5 dl lauwarme Milch (lauwarm)
150 g Butter (am besten zimmerwarm)
½ Teelöffel Salz
1 g Safran

Rosinen zur Verzierung
1 Ei 

Das Mehl in eine Schüssel füllen. darin die zerbröselte Hefe mit der lauwarmen Milch anrühren und kurz gehen lassen.
Die restlichen Zutaten hinzugeben, alles gut verrrühren und zu einem Teig verkneten. Die Schüssel abdecken, den Teig an einem warmen, vor allem aber vor kaltem Luftzug geschützten Ort gehen lassen, nochmals kneten.

Ob ihr kleine Brötchen, Kringel oder Schleifen formen. Diese auf ein Backblech legen - das muss gefettet sein oder mit Backpapier ausgelegt.

weitere 30 Minuten Geduld sind gefragt, damit der Teig nochmals aufgehen kann. Die Lussekatten nach Belieben mit Rosinen verzieren und mit dem verquirrlten Ei bestreichen.
Der auf 220 Grad vorgeheizte Backofen braucht nur 5-10 Minuten, bis das Gebäck goldgelb gebacknen und damit fertig ist!

Und dann? Glögg und Lussekatter servieren und (die bis dahin schon mal geübten) Liedtexte singen wink ...

Das Lucialied "Natt går tunga fjät"
Natten går tunga fjät runt gård och stuva
kring jord som sol'n förgät skuggorna ruva
Då i vårt mörka hus stiger med tända ljus
Sankta Lucia, Sankta Lucia

Natten var stor och stum, nu hör det svingar
i alla tysta rum, sus som av vingar
Se på vår tröskel står vitklädd med ljus i hår
Sankta Lucia, Sankta Lucia

Mörkret skall flykta snart ur jordens dalar
så hon ett underbart ord till oss talar
Dagen skall åter ny stiga ur rosig sky
Sankta Lucia, Sankta Lucia
(Link: Quelle des Liedtextes)

Ich bin sicher, es wird ein vergnüglicher Tag! 

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