Ein Schneemann - frostfrei schmelzfest und leuchtend

Wer wie ich in Norddeutschland lebt, vor allem in einer großen Stadt wie Hamburg, hat nur wenige Tage, an denen Schnee in ausreichender Menge fällt und sich nicht binnen Stunden zu einer matschig-schmutzigen Masse verwandelt. Keine guten Voraussetzungen für den Bau eines Schneemanns, der dann auch Tage, besser Wochen vor dem Haus stehen bleibt und die Besucher begrüßt.

Was dann also? Einen aus Watte? Einen aus Pappmaché bauen? Letzteres zumindest ist ein großer Spaß für Kinder - für die, die es hinterher aufräumen dürfen, eher nicht wink ...

Die von mir umgesetzte Idee habe ich zufällig in den Tiefen des Webs entdeckt: Ein Schneemann aus Trinkbechern, einer Menge Tackernadeln und etwas Klebstoff. Eine große Runde Geduld schadet auch nicht - und an manchen Stellen helfende Hände.

Das "Making of" habe ich fotgrafieren lassen - im Schnelldruchlauf seht ihr Schritt für Schritt in dem Video.

Und zum Nachmachen einmal hier entlang:

Was man so braucht ...
Die benötigte Ausstattung:
  • Becher - meine haben ein Volumen von 100 ml
  • ein stabiler Tacker und viele Klammern (wenn möglich einen schmalen, der eine höhere Einschubtiefe hat)
  • Schere
  • Kleber (Heißkleber ist bei den verwendeten Bechern mit sehr viel Vorsicht zu verwenden!)
  • Tonpapier in Schwarz, Rot oder Orange für Augen und Nase (oder welche Farben ihr mögt)
  • ein Schal
  • ein Hut oder eine Mütze
  • Geduld und zarte Pfoten - äh - Hände
Unbedingt eine in Größe und Form identische Bechersorte verwenden, sonst wird das nichts mit der Kugel!
Etwas Spielerei darf sein ...
Hütchenspiel? Nein, so etwas würde ich doch nicht machen!
Zur Vorbereitung nehmt euch ein paar Minuten Zeit. Da die Becher, die ihr vielleicht noch bei findet, oder auch neu gekaufte, alle etwas anders geschnitten sind, lohnt der Test, wie sie sich aneinanderlegen lassen, wo die Tackernadeln am besten halten und wie sehr ihr am Becher "zerren" dürft.
Der Anfang
Die wichtigste Runde! Das wird auch direkt der Boden des Schneemanns, es lohnt also Sorgfalt, diese Runde so plan wie möglich zusammenzubauen. Die runde Form ergibt sich wie von selbst aus der Becherform. Falls ihr wie ich wegen der recht dicken Ränder die Becher gegeneinander versetzt, achtet darauf, das abwechselnd zu tun, um die Runde möglichst spannungsfrei schließen zu können.
Geschafft!
Ich habe etwa nach Dreiviertel der geplanten Runde vorsichtig getestetet, wie viel Spannung die Becher aushalten. Und dann die restlichen Becher für den Boden dazugelegt, bevor ich bis zum Ende der Runde weiter getackert habe.
Runde für Runde ...
Nach der ersten Runde wird es einfacher - immer weiter ringsherum arbeiten und dabei die Bechher leicht nach innen versetzen.
Ein Tipp beim Tackern: Ich habe öfters nicht nur am oberen Rand eine Klammer gesetzt, sondern auch weiter unten im Becher, um mehr Stabilität zu bekommen. Die von mir verwendeten Öko-Becher sind tendenziell etwas spröde - hier hilft Fingerspitzengefühl, wie viel Spannung sie aushalten. Und den einen oder anderen Becher auszutauschen ...
Als Sessel okay, aber ...
Auch eine Idee: Als Sessel durchaus zu gebrauchen! wink
Die erste Kugel wird ...
Runde drei - immer rundherum Becher an Becher tackern. Die Becher sind trotz Tackern nicht völlig fixiert, also behutsam arbeoten und immer wieder die "Passform" prüfen.
Den letzten Becher an der oberen Rundung habe ich vorsichtig eingeklebt, da er ein bisschen zu klein für die Lücke war und sonst zu viel Spannung hätte aushalten müssen - aber kein zweiter mehr passte.
Hey, du bist auf der falschen Seite!
Für mich schon ein ganz schöner Brocken, ansonsten aber ein echtes Leichtgewicht!
Spot an!
Beleuchtungstest bestanden!
Da die Becher bei Raumtemperatur beständig, aber nicht für heiße Momente geeignet sind, habe ich mich für eine LED-Lichterkette entschieden. Und wegen der Stromersparnis sowieso. Bei mir wurde es eine blaue, um den "frostigen" Charakter zu unterstreichen. Großer Vorteil der transparenten Becher: Die Farbe kommt klar zum Vorschein und wird nicht pastellig-verwaschen wie bei weißen Bechern.
Größentest für die zweite Kugel
Zweiter Durchgang - diesmal soll die Öffnung etwas größer bleiben, damit man die Kugeln besser aufeinandersetzen und verbinden kann. Der Rest ist identisch: Becher an Becher und gut festtackern.
Mein Tipp: Legt euch die benötogte Anzahl Becher vorher aus, damit die Kugel später im Größenverhaältnis zusammenpassen. Man verschätzt sich schnell!
Auch die Zweibeiner schätzen Spielereien ...
Also wirklich ... Das ist nicht für mich gedacht ...
Anprobe
Gefällt mir! Jetzt noch das, was aus zwei (Schnee-)Kugeln einen Schneemann macht: Augen und die Nasse - und einen Schal und Hut.
Augen und Nase entstehen ...
Nein, er bekommt nur zwei Augen - aber Kreise auszuschneiden ist nicht so einfach ... Schließlich sollen die Augen und Nase gut aussehen!
Schneemann und Erbauer
Ähm ... Hauptsache, die Zweibeiner finden für ihr schwer aktives Schaf lustige Accessoires ... Protest!
Wird so etwas mit euch auch gemacht?
Fertig!
Wir zwei jedenfalls sind für heute fertig, wechseln gleich von der Kreativ-Ecke nach Hause und suchen für Heney einen schönen Platz mit Aussicht!
 

Ganz wichtig war mir ein Punkt: Ich wollte, da ich für die Aktion Becher besorgen musste, keine kaufen, die später die Umwelt belasten. Denn durch das Klammern sind sie nicht zum urdsprünglichen Zweck als Trinkbecher zu recyclen ...
Im Netz findet man irgendwie fast alles - auch Becher, die im UV-Licht zerfallen und sich zu natürlichen Stoffen auflösen. Nur in klar - in weißt gibt es sie nicht. Das ist der Grund, warum Schneemann Henry eine so zart-durchscheinende Figur hat!

Der Lieferant heißt biofutura, sitzt in den Niederlanden, hat aber eine deutschsprachige Wbeisete: www.bioeinwegartikel.de

Und wer weitere Inspirationen zum Werkeln zum Thema Advent & Weihnachten sucht, wird hier bestimmt fündig:

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