Marokkanische Salzzitronen

Land:Marokko

Salzzitronen? Wer schon in Marokko war, hatte höchstwahrscheinlich schon eine persönliche Begegnung mit ihnen, da sie in der Landesküche sehr präsent sind. Begleiten könnt ihr mich hier bei der Herstellung der Zitronen, die so natürlich nicht an den Bäumen wachsen ...

Vor meiner Reise nach Marokko hatte ich noch nichts von dieser besonderen Zutat gehört und sie auch - zumindest nicht bewusst - probiert. Es gibt sie nicht nur in der marokkanischen Küche, doch hier sind sie so präsent, dass ihr ihnen quasi nicht entkommt ...

Sie sind wesentlicher Bestandteil der traditionellen Tajine, einem Fleischgericht mit Hühnchen und Gemüse. Zubereitet in einem Topf, dessen Deckel einer abgerundeten Pyramide ähnelt. Darin werden alle Zutaten langsam gegart, der Dampf zieht über die Öffnung an der Spitze ab.

Schon Appetit bekommen? Dann sollten wir uns an die Vorbereitung der Salzzitronen begeben, die brauchen einige Wochen, bis sie fertig sind ... 

Gartenküche
Wunderbarer Sonnenschein, ein Vorhaben, das verspricht, saftig-klebrig zu werden - also raus in den Garten wink!
Ihr seht, ich bin gut präpariert!
Zutaten für Salzzitronen
Was ihr braucht:
  • Bio-Zitronen - die Schale muss essbar sein
  • Salz, am besten grobkörniges Meersalz, etwa ein Esslöffel pro Zitrone
  • Zitronensaft (ich habe die Variante aus der Flasche genommen)
  • Einmachgläser, zum Schrauben oder als Bügel-Variante
  • An Werkzeug: Schneidebrett, scharfes Messer, Küchenrolle, Einmal-Handschuhe
Einschneiden der Zitronen
1. Schritt: Stielansatz entfernen
2. Schritt: Die Zitrone kreuzförmig einschneiden, aber nicht komplett zerteilen! Die Virtel sollen noch zusammenhängen.
Eingeschnittene Zitronen
Sehen sie bei euch so aus? Perfekt wink!
Gesalzene Zitrone im Glas
In die Schnittkanten füllt ihr das Meersalz, rund ein Esslöffel pro Zitrone. Hier sind die Handschuhe nützlich, denn der sofort austretende Zitronensaft beißt zusammen mit dem Slaz ganz schön an den Fingern.
Wichtig: Eng packen
Die fertig gesalzene Zitrone direkt in das Glas legen. Dicht packen, es darf gedrückt werden, damit Saft austritt und das Salz sich angelöst, aber zwischen den Schnittflächen bleibt.
Gefülltes Glas
Hier fehlt nur noch eines: Das Auffüllen mit Zitronensaft. Ich habe das am nächsten Tag erledigt, damit erst einmal der eigene Saft der Zitronen austreten konnte.
Von der Menge her ist das Glas dann etwa 1/5 mit eigenem Saft gefüllt - hier dürft ihr selbst rechnen, je nach verwendetem Volumen, wie viel Saft ihr noch braucht wink ...
Geschafft!
So sieht es aus, wenn die Zitronen es in die Gläser geschafft haben: Der Tisch klebt, eure Hände vermutlich trotz Handschuhen auch ... Aber es duftet großartig nach Zitronen, wie in einer Plantage!
Reste ...
Die Kerne in den Zitronen habe ich entfernt, wo es sich gerade ergab - die, die weiter innen im Fruchtfleisch saßen, habe ich erst einmal belassen, um die Zitronen optisch nicht zu "zerrupfen".
Mit den Strünken lässt sich auch nichts mehr anfangen ...
Ausbeute
Pro Bügelglas mit je einem Liter Inhalt habe ich etwa 5-6 Zitronen verarbeitet - und circa 700 ml Zitronensaft bis zum Rand aufgefüllt, bis alle Zitronen gut bedeckt sind.
Die Gläser kommen jetzt für vier bis sechs Wochen an einen dunklen, nicht zu kühlen Ort. Die Wärme wird gebraucht, damit die Fermentation funktioniert. Wollt ihr diese stoppen, stellt ihr die Gläser in den Kühlschrank, das ist alles.
Was sich mit den fertigen Zitronen anstellen lässt, lest ihr im Text weiter unten!

Die fertigen Gläser eignen sich auch als Geschenk! Allerdings, dass sei an dieser Stelle erwähnt, sehen die fertigen Zitronen in dem Saft optisch nicht soooo gut aus. Abgießen oder Umfüllen solltet ihr nicht, da die gesamte Mischung dafür sorgt, dass sich die Zitronen lange halten. Alternativ: Gleich frisch hergestellt verschenken und ein Anleitung dazu packen wink.

Für euch habe ich, da mir bisher der Anlass fehlte, eine Tajine selbst zu kochen, nach weiteren Rezepten gesucht. Und bin im englsichsprachigen Raum bei einem "Soßen-Meister" fündig geworden! Die cremige Soße, die aus seiner Idee entsteht, eignet sich zu vielen Anlässen. Sie wird ohne Kochen hergestellt - und das so schnell, dass man, sofern die Salzzitronen fertig zur Verfügung stehen, sie binnen 15 Minuten kreieren kann.

Das benötigt ihr:

  • eine Salzzitrone - etwa 115 Gramm schwer
  • eine große Knoblauchzehe, geschält und in Stückchen geschnitten
  • 90 ml Olivenöl ((hier lohnt wie immer eine gute Qualität!)
  • 80 ml Zitronensaft
  • 2 Esslöffel milder Honig (er sollte wenig Eigengeschmack haben und eher hell sein)
  • 2 Esslöffel Wasser
  • an Geräten am besten einen Mixer, mit dem man gut etwas kleinhacken kann (Universalzerkleinerer)

 

Die Salzzitrone unter fließendem Wasser gründlich (!) abwaschen, um Salzreste zu entfernen. Kerne entfernen!
Die in Stücke zerkleinerte Zitrone zusammen mit den weiteren Zutaten in den Zerkleinerer geben und etwa zwei Minuten lang pürieren. Fertig ist die Soße, wenn ein sehr cremiges Püree entstanden ist.
Sollte es zu dickflüssig sein, etwas Wasser dazu geben.

In ein Glas abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Soße eignet sich zu Fleisch, hellem Fisch und zu Gemüse. Probiert habe ich sie ergänzend zu schlichten Hartweizennudeln mit kurz gekochtem Brokkoli. Der erst leicht salzige, dann frische Geschmack passt dazu wunderbar!


Auf Pinterest habe ich ein Board angelegt, das Rezepte für und mit Salzzitronen versammelt:

 

 

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