Deutsches Schifffahrtsmuseum: Von der Planke bis zum ganzen Schiff

Schiffe und Schiffsteile aus vielen Jahrhunderten

Region: Norddeutschland
Straße: Hans-Scharoun-Platz 1 Ort: Bremerhaven , Deutschland
Reisebegleiter: Schaf Paul Reisezeit: 05/2017 Stichworte: Ausstellung, Museum, Schiffe, Historisches, interaktiv Tipp: Selbst ein Boot fahren auf dem "Meer" innerhalb der Ausstellung & Außenbereich nicht vergessen! Unbedingt beachten: Wer die vielen Eindrücke genießen möchte, plant mindestens drei Stunden Zeit ein.

Darf ich euch zum Ganzjahres-Schiffe-Gucken einladen? Über 8.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es, auf der ihr vom Schiffsnagel, mit dem Planken befestigt wurden bis zum kompletten Schiff zum Angucken asu fast allen Perspektiven erwarten euch!

Das DSM, wie das Kürzel für das Deutsche Schiffahrtsmuseum lautet, ist eines von nur acht offiziellen Forschungsmuseen in Deutschland und zugleich ein Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte. Das macht es deutlich klassischer, musealer, als zu anderen Zwecken aufgebaute Ausstellungen. Dch über die Jahre, in denen ich mehrfach in dem Haus war, hat sich der Aufbau deutlich gewandelt. Viele Ausstellungsstücke sind inzwischen mit angenehm lesbaren Texten beschildert, die gesamte Ausstellung wird immer interaktiver. Und damit attraktiver für alle Altersstufen. Auch klassische Seefahrtsliebhaber fühlen sich weiterhin wohl!

Für mich, dessen Zweibeinerin ein weites Herz für und viele eigene Erfahrungen mit der Seefahrt hat, war besonders spannend, dass eine Landratte, ihre See-Seele und ein Reiseschaf gemeinsam unterwegs waren!
Unser Plan: Beobachten, wie der Landratte die Ausstellung gefällt, Erinnerungen hervorkommen lassen und für euch Appetithäppchen zusammenstellen wink. Denn die Ausstellung im Haus, dazu der Museumshafen und von den Archiven ganz zu schweigen, ist so facettenreich, dass ich einerseits gar nicht "alles" zeigen könnte und auch nicht, wählte ich einen Teilbereich im Detail aus, dem Gesamten gerecht würde.

Taucht einfach ein, guckt der Frachtschifffahrt der letzten zweihunder Jahre über die Schulter, schaut auf die Anfänge der Kreuzfahrt bis heute, stöbert in vielen Teilen, die auf Segelschiffen Verwendung finden, staunt über den Unterschied zwischen Oberdekc und "Keller", wie die "Betriebsräume" wie der Maschinenraum genannt werden. Und holt euch ein bisschen Gänsehaut, wenn ihr zur "Ubena von Bremen" kommt! Diese alte Dame stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist eine Original-Hansekogge, wie sie damals in der Frachtschifffahrt verwendet wurde. Meine Fantasie geht bei solchen SChätzen direkt auf die Reise, hach, eine Zeitreise ... Bevor ich mich verliere, lasst uns den Rundgang beginnen, auf festen Planken ...

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum
Von außen zeigt es nicht, was in ihm steckt, lasst euch also nicht von der etwas trist wirkenden Fassade täuschen.
Der auch barrierefrei zugängliche Eingangsbreich ist mit Schränken ausgestatet - euere Jacken und unnötiges Gepäck lasst direkt dort, euch wird warm genug wink!
Der wirklich günstige Eintritt ist ein weiterer Grund, die Nase in die schiffsgeschichte(n) zu stecken, auch wenn ihr vielleicht bei "Museum" diese eher kraus zieht!
Schiffsmodelle
Eines vorweg: Es gibt sooooo viel zu sehen und jede(r) hat ein bisschen andere Interessen - deswegen zeige ich euch in diesem Bericht eher die Appetithäppchen, zum "Essen" dürft ihr selbst hinfahren wink!
Die Ausstellung durchziehen viele Schiffsmodelle, immer thematisch passend zum übergeordneten Thema des Bereichs. Wer sich für die frachtschiffahrt interessiert, findet Tafel, die die Entwicklung über die Jahrhunderte ebenso beschreiben wie technische Geräte. Und Teile von Schiffen in Origninalgröße!
Zuhause auf See
Das ist kein Modell, sondern eine Originalkabine aus einem Frachtschiff. Wirklich klein, gerade einmal das Notwendigste ist vorhanden. Ein Bett, etwas Stauraum, ein Tisch und Stuhl. Und in diesen Rückzugsräum(ch)en haben die Seeleute oft Wochen verbracht (und tun es heute noch!), wenn die Fracht aus fernen Ländern zu uns gebracht wird.
Das Fahren des Schiffes, die Be- und Entladung, die technsiche Seite und natürlich die Versogung der Crew an sich mit allem Notwendigen sind vielschichtige Aufgaben, die heute von sehr wenigen Menschen an Bord erledigt werden. Kommen diese aus vielen verschidenen Kulturen, ist es eine Herausforderung, den richtigen Mix aus Gemeinsamkeit und für sich sein zu finden.
Bremerhaven aus der Luft

Nein, ich bin nicht zum Riesen geworden wink! Innerhalb der Ausstellung "liegt" ein großes Luftbild von Bremerhaven, von oben zu betrachten oder für alle begehbar. Mit wenigen Schritten gelangt ihr vom Richtfunkturm zu den Havenwelten, hinaus in den Containerhafen und bis an die Stadtgrenzen, es gibt viel zu entdecken! Manches erschließt sich nicht aus der Luft, ich habe Google Maps zwischendrin befragt wink ...

Ausblick mit Rückblick
Ich bitte um Beeilung ... ich rutsche ...
Als die 1881 gebaute Meissen als Dampfschiff aktiv war, befand sich die Schifffahrt in einem großen Umbruch. Dampfschiffe lösten an vielen Stellen die Segelschiffe ab - man brauchte weniger Personal, oftmals waren sie schneller, da sie nicht vom Wind aus der richtigen Richtung abhängig waren.
Unter Deck wurde harte Arbeit verrichtet: Dampf zu erzeugen bedeutet große Hitze - und das in einem engen, geschlossenen und schlecht belüfteten Heizraum. Kohle zu schaufeln staubt zudem fürchterlich, ebenso das Beseitigen der Asche. Alles andere als gesund!
Der Maschinist, der für den Kesselbetreib verantwortlich war, hatte im Nebenraum eine bessere Umgebung, dafür aber eine hohe Verantwortung. Stimmte der Druck auf den Kesseln nicht, konnte dieser explodieren ... Und die damals komplett mechanischen Bauteile der Maschinen mussten permanet geschmiert werden ...
Der Kapitän hatte es gut: Er stand geschützt oben auf der Brücke und gab seine "Wünsche" über ein Sprachrohr oder den "Maschinentelegraphen" an den Maschinisten.
Und die Gäste? Sie genaßen die Umgebung und flanierten entspannt an Deck. Die Dampfschiffahrt war damit eine der ersten Arten des Massentourismus ... Was bin ich froh, dass ich nicht in den "Keller" gerutscht bin!
Die alte Dame des Museums
Da steht sie - die berühmte "Ubena von Bremen". Eine Hansekogge aus dem vierzehnten Jahrhundert, versunken in der Weser. Jahrhundertelang lag sie dort gut vergraben im Schlick. Ein Glücksfall, denn der Sauerstoffmangel im Schlickk hat sie konserviert, sonst wäre von ihr nichts mehr gefunden worden!
Bereits 1962 hat man die Überreste entdeckt, noch einige Jahre nach weiteren Funden gesucht und dann erstmals den Versuch gestartet, ein so großes Objekt zu konservieren. Bis 2000 war das Schiffswrack von einem Tank umgeben, der über die Jahre hinweg das Wasser im Holz mit einem speziellen Alkohol ersetze. Damit wird das Holz sehr viel schwerer, zersetzt sich aber nur noch sehr, sehr langsam.
Ubena von Bremen in ganzer Größe

Ihr könnt die Kogge von unten bewundern und auch von oben - es gibt eine umlaufende Galerie. Geht es in solchen Situationen euch auch so, dass ihr gedanklich den Wind in den Ohren habt, das Schaukeln des Schiffes auf dem Wasser spürt und die Rufe der Mannhscaftskollegen glaubt zu hören? Ich gebe zu, ich schätze mein recht komfortables Leben sehr - doch für diese Momente würde ich gerne durch die Zeit springen können und das Damalige live erleben können!
Wer mehr nachlesen möchte, findet unter hier den Bericht vom Museum zum Fund und den Forschungen: Klick! 

Das "Meer" im Museum
Leise plätschert es hier ab und an - wenn die Schiffe ihre Runden ziehen und die Wellen an die "Ufer" schlagen ... Einer meiner Lieblingsräume! Hier könnt ihr selbst zum Kapitän werden, das Steuer in die Hand nehmen und den "Maschinentelegraphen" bedienen. Und bei guter führung gibt es eine Urlunde wink!
Wollen wir es wagen?
Also ... Ich habe ja keinen Führerschein ... schon gar nicht für Schiffe ... Als ich gefragt wurde, ob ICH eines der Schiffe steuern wolle, hat man mir versichert, dass man keinen benötigt. Ob es schwierig sei, wurde mit einem wissenden Lächeln beantwortet ... Was soll man als Reiseschaf in solchen Situationen tun? Augen und Ohren auf, Zujören und Ausprobieren natürlich!
Käptn Paul
Unter den wachsamen Augen des "Meereshüters" lassen sich mehrere Schiffe gleichzeitig in Bewegung setzen. Vorwärts ist einfach, das funktioniert wie beim Auto. Drehung nach rechts, Steuer nach rechts. Gar nicht so leicht ist der Rückweg, wenn das Steuerrad in die andere Richtung gedreht werden muss, Umdrehen hilft hier nichts! Also Drehung nach rechts, Steuerrad nach links ... Mir wurde vor Konzentration etwas warm dabei!
Leuchtender Moment
Ich fühle mich etwas langgezogen ... In der Ausstellung könnt ihr auch der Technik auf die Spur kommen, wieso Leuchttürme ihr Licht so immens weit verteilen können.
Hiermit ist die Theorie von Obelix, dass Streifen schlank machen, wohl bestätigt ... In Kombination mit einem Streifenpullover wirkt es doppelt, oder? wink
Medizin an Bord
Ein paar Jahre hat sie schon auf dem Kasten: So sahen die früheren Bordapotheken aus, die unterwegs alle kleinen und auch größeren Wehwechen heilen mussten. Damals war man auch weniger zimperlich, Hautsache, es half, ob es gut aussah, spielte keine Rolle ... Zum Teil gilt das auch noch heute: Auf hoher See gilt es zu Überleben, Hilfe ist oft fern bis unerreichbar.
Allerdings gibt es heute medizinische Hilfe in einer sehr nützlichen Form, wenn man in abgelegenen Regionen unterwegs ist - über das Internet (das dann hoffentlich verfügbar ist). Mediziner der passenden Fachrichtung können die Verletzung oder Symptome der Erkrankung sehen, können genau sagen, was zu tun ist: Eine virtuelle Assistienz. Zudem haben sich die Medikamente deutlich verbessert. Sofern es notwendig ist, können in Küstennähe Evakuierungen per Helikopter erfolgen ...
Dennoch: Geht es einem nicht gut, ist es deutlich entspannter, festen Boden unter den Füßen und eine gute Versorgung in der Nähe zu haben!
Ausgesprochen anregend!
Was da drin ist? Keine Idee, aber ich fühlte mich plötzlich so leicht wink!
Entspannungsübung ....
Hach, in der Welt der Schiffe und Meere fühle ich mich wohl! Allerdings hat der Liege-Test auf dem Steuerrad ergeben, dass meine Hängematte deutlich bequemer ist wink!
Ausblick
Wenn ihr in alles hineingeblickt und durch Vieles Hindurchgeschaut habt, wird es Zeit für den Außenbereich. Direkt von diesem Gebäude aus erreicht ihr über einen Steg den Museumshafen. Hier liegen verschiedene Schiffe, ein U-Boot, stehen Seezeichen und Kräne. Allein hier lässt sich locker eine weitere Stunde verbringen! Unbedingt empfehlenswert!
Nach knapp drei Stunden allein im Hauptgebäude sind wir voller Eindrücke und ziemlich hungrig, weswegen wir heute den Außenbereich des Museums auslassen und zum Seestadtsest zurückkehren. Dort warten zahlreiche kulinarische Herausforderungen!

Bremerhaven: Überraschendes von der Hafenkante - Reiseroute

Eine weitere, hochoffizielle Blogger-Reise!
In Begleitung meiner Entourage, bestehend aus den Zweibeinern und meinem Lieblings-Fotografen Arne Vollstedt wie schon 2011 in der Schweiz und 2012 auf Island.

Diesmal kurz und kompakt mit drei Tagen. Und wieder voller Entdeckungen.
Nach dem Lesen unserer Berichte zu Bremerhaven hält keiner mehr diese Stadt für weniger interessant - da bin ich mir sicher ...

Deutsches Auswandererhaus

Eine wirklich berührende Ausstellung, die hier zusammengetragen wurde.
Bremerhaven als einer der größten Auswandererhäfen bedeutete für sehr viele Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft - doch mit völlig ungewissem Anfang.

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